UMWELT

Sicherheit

Effektive Reinigung braucht nicht zu Umwelt- oder Sicherheitsrücksichten im Gegensatz stehen.

Planung

Das beste Arbeitsmilieu und damit die höchste Sicherheit in Verbindung mit Hochdruckreinigungsaufgaben wird durch Planung der Arbeit gewährleistet. Wo Hochdruckreinigen nicht nur gelegentlich eingesetzt wird, sollte

- die Arbeit mit der übrigen Organisation zusammen geplant werden.

- der Arbeitsbereich zweckmäßig und benutzerfreundlich eingerichtet sein.

- der Hochdruckreiniger, das Zubehör und das Reinigungsmittel nach eingehender Bewertung gewählt werden.

- das Personal informiert und geschult werden.

Die Planung hat sicherzustellen, dass der/die Benutzer in so geringem Ausmaß wie möglich durch Feuchtigkeit und niedrige Temperaturen, Reinigungsmitteleinfluss, schwere Lasten, statische Muskelarbeit, Vibration sowie Rutsch- und Fallgefahr beeinträchtigt wird/werden.

Arbeitskleidung

Es ist von großer Bedeutung, dass der Benutzer zweckmäßige Arbeitskleidung in der Form von wasserdichter Schürze oder eigentlicher Regenkleidung, Handschuhen, rutschfesten Schuhen oder Stiefeln und eventuell Schutzgläsern, Gesichtsschutz etc. trägt, alles nach einem näheren Studium der Reinigungsaufgaben ausgewählt.

Wahl der Reinigungsmittel etc.Gefahrenzeichen auf Reinigungsmitteln

Natürlich sind Reinigungsmittel zu wählen, die der Reinigungsaufgabe entsprechen, und die in Bezug auf Sicherheit die wenigsten Probleme mit sich führen. Starke und Lösungsmittelbasierte Reinigungsmittel lassen sich vielleicht durch weniger aggressive, Wasserbasierte Mittel ersetzen. Bei der Beurteilung können zum Teil die Gefahrensymbole der Mittel und zum Teil die Auskünfte in der Gebrauchsanleitung des jeweiligen Produktes einbezogen werden. Zum Beispiel sollte wenn möglich ein ätzendes Mittel durch ein Mittel mit örtlichem Reizeffekt oder durch ein nicht gekennzeichnetes Produkt ersetzt werden.

Der Hochdruckreiniger, Zubehör und Betriebsdruck

Nie defektes Zubehör anwenden. Schadhafte Sprührohre, Schläuche etc. auswechseln und dafür sorgen, dass die Anlage in regelmäßigen Abständen einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen wird.

Nie höheren Druck oder höhere Wassermengen und Temperatur als für die Reinigungsaufgabe notwendig anwenden.

Eine eigentliche Prüfung ausführen lassen, so dass die täglichen Routineaufgaben unter optimalen Bedingungen erledigt werden.

AerosoleAerosole

Beim Auftragen oder Aufsprühen von Reinigungsmitteln können Aerosolbildungen vorkommen, die sich aus dem eingesetzten Reinigungsmittel, Schmutz verschiedener Typen und Wasser zusammensetzen. Aerosole sind Tröpfchennebel, die sich längere Zeit in der Luft schwebend halten können. Bei langwieriger Einatmung können die Aerosole gesundheitsgefährlich sein, besonders bei Innen-Hochdruckreinigung. Geschwollene und rinnende Augen, trockene Nasen- und Rachenschleimhaut sowie Husten sind einige der Symptome, die unter Einfluss von Aerosolen vorkommen können.

Die Aerosolbildung verringert sich, wenn das Reinigungsmittel in der Form von Schaum aufgetragen wird, durch Anwendung von Sprührohren, die so wenig wie möglich verstäuben, dadurch dass man es unterlässt, einen unnötig hohen Wasserdruck zu verwenden und direkt auf scharfe Ecken und Kanten zu spritzen. Die Hochdruckdüse hat in der Regel die Fläche in einem schrägen Winkel zu treffen.

 


Die Umgebungen

Es ist eine Tatsache, dass beim Hochdruckreinigen wie bei fast jeder anderen Reinigungsart Abwasser entsteht, das in die Umgebungen ausgeleitet wird. Die Beeinträchtigung der Umgebungen hängt aber völlig von der Entstehungsweise des Abwassers und von der Weise, in der es abgeleitet wird, ab.

Das Abwasser setzt sich aus dem während der Reinigung gelösten Schmutz und aus dem für die Reinigungsarbeit verwendete Reinigungsmittel zusammen.

Im Abwasser enthaltene Stoffe und die AbleitungFunktionsweise Ölausscheider

Die Stoffe lassen sich wie folgt in mehrere Fraktionen aufteilen:

- Wasserlöslicher Schmutz (z.B. Salze)
- Niederschlagender Schmutz (Partikel, Sandkörner etc.)
- Leicht emulgierbarer und leicht dispergierbarer Schmutz (Öle, Lösungsmittel)
- Separierbarer Schmutz (Fett, Öle etc.)

In einer Vielzahl von Betrieben, an Tankstellen und Autowaschplätzen werden Sandsammler und Ölausscheider heute in die Abwasserbehandlung einbezogen. Im Sandsammler schlagen sich die Partikel nieder, die schwerer als Wasser sind, und im Ölausscheider scheiden sich separierbare Öle, Fettstoffe, Lösungsmittel etc. aus. Nur Wasser, das aufgelöste Stoffe, leicht emulgierte Öle oder leicht dispergierte Partikel enthält, wird durch das System und weiter in das Abflusssystem laufen. Sandsammler und Ölausscheider sind in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und zu leeren.

Bei der Einrichtung von Autowaschplätzen etc. wird die Effektivität der Ölausscheider in der Regel durch die Umweltbehörden festgelegt. Mineralöle können die Effektivität von Kläranlagen beeinträchtigen, und der zulässige Ölgehalt im Abwasser von Ölausscheidern ist daher sehr niedrig – oft liegt er im Bereich 20 bis 100 mg Öl/Liter.

In Stadt- und Gewerbegebieten wird das Wasser oft durch ein so genanntes 2-Strang-System abgeleitet. Der eine Strang ist für das von Straßen, Wegen, Dächern usw. abfließende Regenwasser vorgesehen, das in der Regel nicht durch die Kläranlagen geleitet wird. Der andere Strang ist für das eigentliche Abwasser. Hierdurch wird das Abwasser aus den Haushalten und normalerweise auch das aus der Industrie abgeleitet. Die Reinigung kann durch ein mechanisches, biologisches oder chemisches Verfahren oder Teile hiervon stattfinden.

Reinigungsmittel uns Umwelt

Wasserbasierte Reinigungsmittel
Die durch die Wasserbasierten Reinigungsmittel verursachte Beeinträchtigung der Umwelt ist von den in den Reinigungsmitteln enthaltenen Stoffen abhängig. Tenside, Komplexbildner und Alkalien machen die drei größten Einzelgruppen aus. Innerhalb der EG gibt es heute für die Tenside (anionische und nonionische) die Forderung, dass über 90% davon entsprechend den Prüfungsmethoden der OECD abbaubar zu sein haben. Die kationischen Tenside lassen sich nicht nach diesen Methoden prüfen; da diese aber erfahrungsgemäß in den Kläranlagen völlig eliminiert werden, interessiert man sich heute nicht so sehr dafür.

Dagegen richtet man schon seit langem das Augenmerk auf die Komplexbildner. Die Phosphate- seit langem die meistverwendeten Komplexbildner, tragen zur Phosphatbelastung der Seen und inneren Gewässer bei. Höheres Phosphatvorkommen verursacht vermehrtes Algenwachstum, trüberes Wasser und trägt zum Sauerstoffschwund bei. Das Ergebnis: weniger Wasserpflanzen und reduzierte Fischmengen. Auf diesem Hintergrund werden Phosphate in einer Reihe europäischer Länder auf Grund freiwilliger Maßnahmen oder wegen der Gesetzgebung auf diesem Gebiet abgeschaffen oder kräftig reduziert. Die Phosphate werden zum Teil von dem abbaubaren Stoff NTA ersetzt. NTA ist seit einigen Jahren in mehreren Ländern verwendet worden, und obwohl einige (theoretische) Bedenken in Verbindung mit diesem Stoff geäußert worden sind, wird NTA in immer größerem Ausmaß als Ersatzstoff für die Phosphate eingesetzt.

Die Alkalien beeinträchtigen die Umwelt, indem sie zur Erhöhung des pH-Wertes beitragen. Da aber Wasser an sich auf den Alkalibeitrag von den alkalischen Reinigungsmittel neutralisierend wirkt, ist die Alkalibelastung vor allem für die größeren Verbraucher von alkalischen Reinigungsmitteln von Bedeutung, bei denen eine Neutralisation des Abwassers vor der Ableitung in Frage kommen kann.

Während der Entfettung emulgieren die meisten Wasserbasierten Reinigungsmittel Fett und Öl; aber die Emulsion ist nicht besonders stabil, und bei Stillstand werden Fett und Öl wieder separieren. Beim Einsatz von Wasserbasierten Reinigungsmitteln kann der Ölgehalt von Ölausscheiderabwasser daher in der Regel niedrig gehalten werden.

Im großen Ganzen lassen sich Wasserbasierte Hochdruckreinigungsmittel als umweltsichere Produkte herstellen.

Lösungsmittelbasierte Produkte (Kaltentfettungsmittel)
Kaltentfettungsmittel bestehen zu 90% aus Lösungsmitteln außer einem Emulgator, der das Mittel wasseremulgierbar macht. Kaltentfettungsmittel kommen konzentriert zum Einsatz und werden unter Hochdruck abgespült. Das ablaufende Wasser ist milchweiß, bei Stillstand wird sich aber das Lösungsmittel oben ausscheiden. Das Lösungsmittel kann in dieser Weise in einem Ölausscheider ausgeschieden werden, und zwar unter der Voraussetzung, dass die Separationsfähigkeit schnell durchgeführt wird. Die Separationsfähigkeit der Mittel an sich ist heute nicht gesetzlich festgelegt; aber da auf dem Markt eine Reihe Schnellseparierende Mittel angeboten werden, empfiehlt es sich durchaus, diese für Kaltentfettungsaufgaben einzusetzen. Ferner sind Kaltentfettungsmittel mit aromatischen Kohlenwasserstoffen zu vermeiden.

Mikroemulsionen
Die Kombination von Wasserbasierten Reinigungsmittel und einem Kaltentfettungsmittel – die so genannten Mikroemulsionen – haben in den heute bekannten Ausgaben keine guten Separationsfähigkeiten. Mikroemulsionen eignen sich daher besonders für den Einsatz in geschlossenen Systemen.

Das war's